Es ist erlaubt meine Sachen nachzubasteln, die Anleitungen und Schnittmusterskizzen stehen zur freien Verfügung. Nur baut bitte meine Kompositionen nicht exakt wie hier gezeigt nach! Also kein Nefrayu-Cosplay bitte.

Für Fragen bezüglich der Schnitte oder Materialbezugsquellen stehe ich gerne unter merilfaen[ät]gmail.com zur Verfügung.

Rüstung für den Tiefling

Ich habe mich nun entschlossen dem Tiefling etwas Rüstzeug zu verpassen.

 

Meine Anforderungen dabei:

  • Das Kettenhemd, das ich zur Zeit trage, ist mir auf Dauer deutlich zu schwer und geht ziemlich auf den Rücken, daher muss ich es abspecken und mir eine weniger schwergewichtige Alternative suchen.
  • Mein Lederhelm ist nervig beim an- und ausziehen. Ich komme kaum alleine rein und wenn, dann dauert es ewig. Eine Sonderanfertigung (aus Metall) liegt aber weit über dem, was ich für einen einzelnen Larpgegenstand auszugeben bereit bin und wäre wegen der Hörner ein erhöhter Anpassungsaufwand. Zudem reizt mich eben das Selbermachen :-)

Nach langem Grübeln über Linothorax- und Lederarbeiten habe ich mich schließlich für Worbla's FinestArt als Material entschieden.

Bei Worbla’s FinestArt handelt es sich um einen thermoplastischen (also unter Hitze verformbaren) Kunststoff, der in Form von Platten verkauft wird. Eine Platte ist ca. 1mm dick und in verschiedenen Größenmaßen erhältlich.

Eingesetzt wird das Material hauptsächlich im Cosplay-Bereich für Replikation von z.B. Rüstungen, Schwertern und Deko-Elementen. Besonders für High-Fantasy-Konzepte aus dem Warhammer-Universum oder Ambientegegenstände lohnt sich ein Blick auf das Zeug.

Auf YouTube findet ihr unter dem Stichwort „Worbla“ sehr viele gute Tutorials zur Verarbeitungsweise und den kreativen Möglichkeiten des Materials.

Deutsche Händler:

Cast4Art und MyCostumes

 

Ich möchte hauptsächlich Rüstungsteile und Dekoelemente aus diesem Material erschaffen, da es einige sehr nützliche Eigenschaften bietet:

  • Es ist relativ leicht im Vergleich zu Metall, kann aber eine ähnliche Optik bieten, je nach Bemalung. Es ist   also  auch für eine zierliche Person wie mich länger tragbar, ohne Rücken und Knie durch hohes Gewicht zu belasten.
  • Es ist äußerst simpel zu verarbeiten. Es wird keine Werkstatt und kein teures Werkzeug benötigt.
  • Im Vergleich zu Linothorax fallen Leimschmiererei und ewig lange Trocknungszeiten weg. Die Verarbeitung geht zügig und sehr sauber.
  • Es kann trocken verarbeitet werden, daher ist es möglich Elektrik in das Material zu verbauen.

Das Zeug ist sogar so leicht zu bearbeiten, dass ich innerhalb eines Tages einen kompletten Helm-Rohbau "hingeworblat" habe O.o

Worbla_FAQs_V01.pdf
Worbla FAQ_V01.pdf
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Worbla-Haftgründe_Scouting-Report.pdf
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Der Helm

 

Als Helm hätte ich gern einen, der sich leicht anlegen lässt, eine metallische Optik aufweist und stabiler ist als das Lederteil, welches ich zur Zeit trage.

 

Aktuell:

Für den neuen Helm möchte ich klappbare Wangenklappen konzipieren, sodas ich den Helm leicht über den Kopf ziehen  kann.

Meine Kopfform + Perücke habe ich über KobraCast abgeformt - das sind weiße Gewebebinden mit Thermoplast, die sich sehr gut dehnen lassen und somit hervorragend für Abformungen taugen). Dafür erst den Kopf mit Frischhaltefolie einwickeln, sonst klebt das warme KobraCast an den Haaren!

Es sieht dann ein bisschen aus wie eine Unterhose auf dem Kopf :D

Das habe ich dann mit Malerkrepp beklebt und die Formen für meine Schnittmusterteile aufgemalt. Krepplage abziehen, auf Papierkleben und Schablonen ausschneiden.

Diese wurden dann 1x auf 2mm Moosgummi und schließlich 2x auf das Worbla übertragen. Die 2 Lagen Worbla wurden dann mit Hilfe einer Heißluftpistole erhitzt und auf das Moosgummi geklebt. An den Kanten beide Worblaplatten zusammendrücken und schauen, dass keine Luftblasen zurückbleiben (Nudelholz ftw!).

 

Für die Applikationen habe ich z.T. nur 2 Lagen Worbla verwendet.

 

Tag 1: Schablonen fertigen und Gewöhnung an das Material:

Die Härte und Festigkeit des erkalteten Plastiks überraschen mich. Es ist steifer als 4mm-Rinderhals. So weit, so gut. Die Form stimmt hier noch nicht, ich muss die Teile nochmal erwärmen und anpassen, was ja zum Glück kein Problem ist bei diesem Material. 

Getragen sieht es halt noch etwas deppert aus^^

Tag 2: Optimierung

Nach Rücksprache mit einigen klugen Freunden (was täte ich ohne euch! :-*) habe ich die Wangenklappen verkürzt und die Seitenteile nochmal nachgebogen, damit sie vorne besser schließen. Dazu habe ich etwas Schädeldeckendeko und Zierlagen auf den Wangenklappen ergänzt:

Getragen dann aber schon deutlich eleganter als vorher:

Ein paar feine Änderungen werde ich noch vornehmen, Begradigungen und ein wenig Kantenglättung - und dann bleibt der Helm erstmal liegen zur Grundierung und Bemalung und zum finalen Verbinden der Einzelteile. Haltbare Bemalung ist erfahrungsgemäß hier eine Sache für sich ...

 

 

Paintjob: Helm

 

Da er stilistisch wenig mit der Rüstung gemeinsam hat, habe ich mich auch für eine andere Färbung des Helmes entschieden. Eine dunkle Grundfärbung mit silbernen Metallpplikationen in schäbigem und abgenutzten Stil.

Grundiert habe ich mit Sprüchlacken (schwarz, Hammerschlag silber, Hammerschlag anthrazit) - da ich beide Hammerschlaglacke nur als Sprühversion hatte, habe ich die hellen Bereiche entsprechend mit Malerkrepp abgeklebt.

Die Details per Pinsel bzw. Schwamm mit Acrylfarbe gesetzt.

Hier der Verlauf der Farbgebungen:

Auftragsschema:

Worbla -> Primer -> Grundierung (schwarz) -> Hauptfarbe (silberner Hammerschlag-Lack) -> Akzentfarbe 1 (dunkelbrauner Hammerschlag-Lack)  -> Primer -> Akzentfarbe 1 (schwarze Acrylfarbe für die Tiefen) -> Akzentfarbe 2 (Wash mit silberner Acrylfarbe) -> Akzentfarbe 3 (Trockenbürsten mit schwarzer Acrylfarbe als Mattierungsfinish für die Tiefen)

 

Fehlt noch Versiegelung: -> Klarlack (hochglänzend) -> Klarlack (hochglänzend) -> Klarlack (matt .. oder nochmal glänzend? Muss ich schauen was besser wirkt)

 

Es hat sich als praktisch erwiesen nach dem Auftrag von Lacken und vor dem Auftrag von Acrylfarbe nochmal eine dünne Schicht Primer aufzutragen, dann kann besonders verdünnte Acrylfarbe besser anhaften, ansonsten perlt sie recht effektiv vom Lack ab!

 

Das Ergebnis bis hierhin:

 

Helm: Korrektur!

Die Wangenklappen des Helmes sollen über Scharniere mit der Helmschale verbunden werden. Allerdings habe ich beim Formen der Teile nicht präzise genug gearbeitet (määh!). Daher musste ich jetzt auf der einen Seite des Helmes die Worbla-Sandwiches wieder anraspeln um Material loszuwerden.

Ich war erst skeptisch, denn der Helm ist ja schon fertig bemalt und lackiert!

Aber: Es hat recht problemlos geklappt.

Worblahelm mit einer Raspel runtergeraspelt, bis aufs Moosgummi - die Farbe hielt dennoch gut am Rest!

Dann die Kanten erwärmt (Nein, die Farbe wirft dabei keine Blasen und verfärbt sich auch nicht!) und  gegälttet.

Nun konnte ich die Kante nachträglich nochmal mit Lack einfärben und versiegeln - die Stelle fällt gar nicht mehr auf :3

Jetzt ist er gerade beim Anbringen der Scharniere ...

 

Die Scharniere, liebevoll geklebt von meinem Mann:

In der Großansicht sieht man noch, dass ich erst versucht hatte sie mit Nieten/Schrauben anzubringen, allerdings waren die Kanten nicht präzise genug gearbeitet und die Scharniere zu schmal um gerade verschraubbar zu sein - hätte man sich mal vorher ein Konzept überlegen müssen *hust*. Die Scharniere wurden nun geklebt und die versiegelten Löcher + Klebestellen müssen nochmal mit Acrylfarbe kaschiert werden.

Der Torsopanzer

 

Gewünschte Optik:

gebläutes dunkles Metall mit starken Abnutzungerscheinungen. Der Farbton soll ungefähr so werden:

 

Dazu mag ich nicht nur eine Lage "Platte" haben, sondern lieber übereinander liegende Segmente. Idealerweise natürlich noch mit etwas Verschiebungsmöglichkeit ineinander um die Beweglichkeit zu erhöhen.

Hierfür habe ich mich ganz faul erstmal einer groben Vorlage bedient, die das Internet mir ausgespuckt hat. Die habe ich dann im Bildbearbeitungsprogramm auf ein (allerdings älteres!) Foto des Charakters ein wenig umgestaltet, bis sie grob meine Vorstellung wiederspiegelte.

Natürlich werde ich das Design nicht genau so übernehmen, etwas kreative Eigenleistung sollte ja schon drin sein - aber in diese Richtung wird es gehen.

Statt der Drachenschuppen werden es Metallplatten sein und die Dornen fallen auf jeden Fall ganz weg.

Wieder muss ich hier dem Dödeltrupp danken für cooles Designfeedback - so habe ich mich dann doch schnell für Variante 2 (ganz rechts) entschieden. Meine erste Idee hatte einfach zu protzige Schultern, die passen net zum Charakter ... Ich wollte zwar gerne mal sowas bauen, aber dann halt später für wen anders *ghihihi*

Geplant sind Torsopanzer und Schultern aus Platten, aber an der Taille weiches Material (Gambi, Leder). Kette nur noch an den Armen und der Hüfte abwärts, darüber noch zwei Zierlappen oder so ... mal gucken, wenn es fertig ist.

 

Fertigungsprozess Torsopanzer

 

 

 

Also wieder mich mit Frischhaltefolie eingewickelt und mit Malerkrepp beklebt, Schablonen aufgezeichnet, bereinigt und ausgeschnitten. Aus Moosgummi habe ich dann schon einmal alle Teile ausgeschnitten und probeweise zusammengesteckt:

 

Nachdem alle Brust-Teile ausgeschnitten waren, habe ich mit Heftklammern einen Tragetest gemacht - sieht ein bisschen aus wie Tyrens-Spaltlederkrempel :D

 

Nun wieder alle Worbla-Moosgummi-Worbla-Sandwiches gemacht und der Reihe nach vorgeformt:

 

... bis dann alle 6 Brustteile erstmal soweit in grober Form und in jeweiliger Reihe mit einander verbunden sind sind (hier locker übereinander gelegt):

 

 

Es fallen noch ein paar Luftblasen auf, die sich beim Wiedererwärmen gebildet haben. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, weil man die noch wegdrücken wenn, wenn man die Formgebung final macht.

 

 

....

 

Der Brustteil ist jetzt so gut wie fertig, der Kragen ist angefügt und Zierteile aufgebracht, die Mittelstege nochmal verdickt ich habe probeweise zum Tragen die Teile mit Panzertape verbunden:

 

Der Tragetest sagt: Passt und die Beweglichkeit ist soweit gut! *freu"

 

Als nächstes kommt der Rückenteil dran, dann werden beide Hälften aneinander angepasst und schließlich über Riemen verbunden.

 

Um die Kanten nochmal in den Fokus zu rücken sind hier Detailbilder zu sehen.

 

Kante unbearbeitet (2 Lagen Worbla geklebt):

 

 

Kanten bearbeitet (mit einer dünnen Worblaschnur am Rand verblendet):

 

 

Dazu habe ich mehrere Sorten Leim und noch ein paar Metalliclacke besorgt, damit ich weiter Tests zu Haftgründen und Oberflächenglättung durchführen kann - das ist aber wieder ein größerer Aufwand, den ich möglicherweise verschieben muss bis der Bau der Teile abgeschlossen ist.

 

...

 

 

Rohbau des Rückenteils

 

Das hat sogar besser geklappt als gedacht, dafür, dass ich einfach mal so drauf los gebastelt habe^^°

 

 

 

 

 

...

 

 

Basierend auf den tollen Ideen von Dandelion und Mimin habe ich die Rückenplatte zum Großteil neu gemacht.

 

Das Ergebnis sieht jetzt so aus:

 

 

Gefällt mir doch deutlich besser :-)


Der allgemeine Tragetest sagt soweit für die Vorderseite: "Alles super!"

Paintjob: Torso - WIP

 

 

Für den Torso wollte ich eine Bläuung und stärkere Farbverläufe - hier kann ich also schlecht mit Sprühfarben arbeiten. Zudem gab es den gewünschten Grundfarbton nur im Pott - also ist Hand anlegen angesagt.

 

Wieder habe ich Primer aufgetragen und dann mit schwarzem Sprühlack grundiert. Der Auftrag der ersten Grundfarbe folgte dann mit einem Schwamm im getupften Verfahren, welches den Effekt des Hammerschlag-Lackes sehr gut zur Geltung bringt :-) - Herzlichsten Dank für den super Tipp an den Herrn Shar Calliostro!

 

 

Die dunklen bzw. hellen Bereiche wurden dann durch ein erneutes Übertupfen mit Hammerschlag-Lack in grau bzw. anthrazit erzeugt (wahrscheinlich hätte ich die gar nicht erst blau färben müssen, aber naja^^ ...). Ich habe dabei festgestellt, dass die Hammerschlag-Lacke einen noch schöneren Metalleffekt bekommen, wenn man sie verreibt.

 

 

Auftragsschema bis jetzt:

 

Worbla -> Primer -> Grundierung (schwarz) -> Hauptfarbe (Hammerschlag dunkelblau) -> Hauptfarbe 2 (Hammerschlag anthrazit) -> Hauptfarbe 3 (Hammerschlag silber)

 

 

Hier sieht man die basis-Rückenplatte (links) mit blauer Hammerschlag-Grundierung (unbehandelt) und abgedunkelten Einfassungen (unbehandelt).

 

Sowie den oberen Teil der Brustplatte mit abgedunkelten Plattenbereichen am Kragen und aufgehellten Metalleinfassungen und aufgehelltem blau (Stufe 1 der Bearbeitung).

 

Bis jetzt sieht die komplette Rüstung so aus:

 

 

Die Teile sind nur lose übereinander gelegt ;-)

 

 

Es glänzt wegen des Lackes natürlich noch wie Speckschwarte ...

 

 

Unsicherheiten - muss ich nochmal drüber schlafen ...

 

1.) Das obere Teil des "Comic-Schwänzchens" überlege ich doch wieder blau zu machen, damit es wieder  dezenter wird.

 

2.) die Schuppe oben am Vorderteil: blau, oder auch hell - oder dunkel?

 

 

To Do:

 

Das Blau kommt noch etwas krass durch und wird noch mit einmal Silber per Abtupfen behandelt werden. Genauso werde ich die hellen Bereiche nochmal mit einer Schicht hellem Silber versehen. Der Bereich am Kragen hinten oben muss noch abgedunkelt werden, damit es zum Vorderteil passt - man sieht, dass ich mich anfangs bei der Farbgebung nicht so recht entscheiden konnte^^.

 

Dann ist die Grundfärbung hoffentlich fertig und ich werde noch ein paar Washes mit Acrylfarbe (silber und anthrazit) durchführen, bevor ich die Ecken und Tiefen mit dunkler Acrylfarbe füllen und die Flächen  trockenbürsten werde - so weit der Plan!

Paintob Torso V2:

 

Das Blau wurde nochmal mit Silber aufgehellt. Highlights auf den Biegungen und Kanten gesetzt.

 

Paintjob Torso V3:

 

Blaubereiche mit schwarzem Wash aus Acrylfarbe abgedunkelt.

Silberfarbene Bereiche benfalls mit einem Wash versehen.

Nach dem Trocknen wurde die Farbe mit einem feuchten Tuch wieder abgerieben.

 

Paintjob Torso V5:

 

Wash mit Silberfarbe, die teilweise nach dem Trocknen wieder mit einem feuchten Tuch abgerieben wurde, um eine metallernere Optik zu erhalten.

Erneut Highlights in silber gesetzt um die belasteten Kanten entsprechend hervorzuheben.

Paintjob Stufen 4 und 5 im Vergleich
Paintjob Stufen 4 und 5 im Vergleich
Detail Kragen Paintjob V5
Detail Kragen Paintjob V5

Details der Rückenplatte und der Schulterteile:

 

Hier noch einmal Bilder von der changierenden Frontoberfläche:

 

 

... Das Ganze befindet sich jetzt nach dem Trocknen der Farben in der Lackierung mit Hochglanzlack + Mattlack.

 

Die Schnallen und Riemen:

 

 

Die bisherige Innenansicht (noch schwarz, ich überlege es aber noch zumindest silber metallic zu machen, damit es besser zur Außenseite passt).

 

Man sieht hierbei auch, dass ich beim zweiten Teil (dem Rückenteil) schon deutlich sauberer und gekonnter mit dem Material arbeiten konnte - dazu mehr in der Schlussbetrachtung.

 

 

 

 

Update 02.01.2014 - Erster Feldeinsatz, Abschlussbetrachtung und Gesamtansichten

 

Es ist soweit: Die Rüstung hat ihren ersten Feldeinsatz erfolgreich hinter sich :3

 

Der Einsatz wurde erfolgreich gemeistert, bis auf ein paar schlampig zusammengeklöppelte Nieten ist soweit alles heil geblieben!

 

Selbst einen Sturz auf den Rücken und ein Schrammen auf Steinplatten hat das Werk überraschend gut

 

überstanden. An zwei Ecken hinten ist lediglich die obere Lackschicht abgeplatzt, was sich aber mit etwas Acrylfarbe und Versiegelung wieder kaschieren lassen wird. Das Worbla ist nicht zu sehen.

 

 

 

Fehlt noch der vordere Mittelteil mit den "Kettengliedern" wie auf der Skizze oben zu sehen um die Hüftpartie aufzuwerten, sowie zwei Zierlappen vorne seitlich.

 

Dazu habe ich noch die Schultern offen, aber wohl in nächster Zeit zu viel anderes zu tun ...

 

 

 

Abschlussbetrachtung:

 

  • Eine Lage Leim reicht zur Glättung, oder maximal 2. Mehr Schichten verschlucken harte Kanten an den Details (Kerben im Kragen) und machen Übergänge weicher. Für Metalloptik nicht gerade ratsam ;-)
  • Passgenaue Kanten sollten vor dem Leimen glattgefeilt und so an ihr Gegenstück angepasst werden.
  • Man sollte beim Konzept dran denken, dass man auch alle Teile sinnvoll miteinander verbinden kann. Und man sollte alles vor dem Leimen schonmal mit allen Teilen soweit zusammenstecken und die Symmtrie prüfen. Muss man das noch machen, wenn alles fertig bemalt ist, dann ist das ätzend^^°
  • Will man nachträglich Löcher ins Material machen, dann ist es wohl ratsam die Löcher mit Kleber zu versiegeln, damit keine Feuchtigkeit in die Sandwiches ziehen kann. Ich vermute fast, dass es sonst innen gammeln könnte.
  • Erhitzt man die Sandwiches zu oft oder zu stark, dann wirft das Sandwich durch die sich dehnende eingeschlossene Luft Blasen. Die sollte man entweder vermeiden, indem man nicht mehr mit zu viel Hitze beigeht, oder man sollte sie gleich zerstechen. Später wird man sie kaum bis gar nicht wieder los (ich hab sie irgendwann einfach da gelassen ...

 

Fazit:

 

Das Material taugt für Rüstungen im Larp, kann allerdings was die Stabilität oder Haltbarkeit angeht wohl nicht mit Leder oder Metall mithalten - außer vielleicht man bezieht Worblastücke mit Leder. Es schlägt aber sicher gelatexte-/Schaumstoffrüstungen in Formstabilität und Robustheit.

 

Etwas Vorsicht im Umgang mit Worblarüstungen muss man wohl walten lassen, wenn man lange etwas davon haben will und nicht ständig an der Farbe nachbessern will (was aber zum Glück zumindest geht, ohne die komplette Farbe runterkratzen zu müssen).

 

Für Details oder Verzierungen an Rüstungen oder Deko-Gegenstände, die keiner größeren Belastung unterliegen, lohnt es sich aber in jedem Fall. Der Bearbeitungskomfort ist einfach ziemlich unschlagbar.

 

Fotos

Aufgenommen vom lieben Serk Vastatio auf der Con "Porta ad Infernum" der Talosia-Reihe (GloryQuest-Orga) - vielen lieben Dank! :3